Schon immer nachhaltig

Weil diese Seidenstoffe sehr wertvoll sind und auch keiner Mode unterliegen, werden sie nicht weggeworfen, sondern verschiedenartig weiterverwendet und neu gestaltet. Die Erhaltung und Erneuerung von Kimono-Stoffen hat in Japan eine sehr lange Tradition. Der Kimono wird aufgetrennt auf die Originalmaße des Stoffes, manchmal umgefärbt, wieder in traditioneller Weise zusammengenäht. Er wird von der Mutter auf die Töchter vererbt, häufig aber auch anderweitig verwendet: So wird z.B. der alte, noch brauchbare größere Stoff als Futter verarbeitet, so dass unter dem dunklen Kimono-Stoff, den vor allem ältere Menschen tragen, lebensfrohe Farben aus früheren Zeiten durchschimmern. Wegen der besonderen Eigenschaft der Seide, die im Sommer kühlt und im Winter warm hält, wird sie auch als Inlett für Zudecken verwendet. Oft verwandelt sich der Kimono-Stoff über die Weitergabe an die nächsten Generationen aufgrund von Gebrauchsspuren oder teilweiser Zerstörung der Seide in immer kleiner werdende Gegenstände, z.B. Kissenbezüge, Bucheinbände, kleine Täschchen oder Spielzeuge bis er letztlich „verbraucht“ ist und an die Natur zurückgegeben wird.